Gedankenwirrwarr
Samstag, 27. Mai 2017
Lieblingskind
Ich wuchs mit 2 Geschwistern (jüngerer Bruder, ältere Schwester) und mehreren Tages-und Pflegekindern auf.
Ich würde sagen, dass mein Bruder über einen längeren Zeitraum das Lieblings(eigene)kind meiner Mutter war, es könnte sein, dass die Rolle des Lieblingskindes bei uns immer wieder gewechselt hat.
Doch mein Bruder wurde von meiner Mutter irgendwie immer anders behandelt, er durfte sich mehr "erlauben", meine Mutter respektierte seine Meinung und verhätschelte ihn meines Erachtens zu sehr.
Interessanterweise ist mein Bruder der Meinung, dass ich das Lieblingskind gewesen wäre.
Dem war nicht so, doch auch meine Schwester ließ ihren Ärger über unsere Erziehung schon öfter an mir aus.
Ich wurde nicht besser als sie behandelt.

Von mir wurde auch eine viel höhere Selbständigkeit erwartet, vieles wurde als Selbstverständlich vorausgesetzt, während meine Schwester als Erstgeborene und mein Bruder als jüngster und einziger Sohn viel mehr Unterstützung erhielten.
Selbst wenn ich also auch ein paar Jahre Lieblingskind gewesen sein sollte,
ist das nichts positives bei einer narzisstischen und extremreligiösen Mutter,
es hat am Ende niemanden von uns Geschwistern gut getan "Liebling" zu sein.
Sündenbock zu sein ist zwar auch nichts schönes, doch da besteht vielleicht eher noch die Chance ein relativ selbständiges Leben zu führen.

Meine Schwester nimmt ihr Leben im Gegensatz zu mir allerdings um einiges leichter, optimistischer, chaotischer und unselbständiger,
sie bekommt mehr finanzielle Zuwendung als wir andern beiden, doch darauf bin ich nicht neidisch. Mein Bruder kann von seinem Geld gut leben und ich komme gerade so hin,
finanzielle Schwierigkeiten würde ich nicht zugeben, damit würde ich mich abhängig machen.

Was uns Geschwister allerdings alle betraf war, das wir immer das Gefühl bekamen, wir seien erstmal "zweitens".
Andere sind wichtiger, wir sollen uns selbst nicht zu wichtig nehmen, erst um andere kümmern, dann um uns,
wir müssen anderen helfen/zur Seite stehen.

Wenn ich also für mich spreche, war ich eigentlich keine eigene Person, ich war nur für andere.
Ich wusste gar nicht, dass ich mich abgrenzen darf und dass ich das sogar muss.
Ich hatte es nicht gelernt, mich gesund abzugrenzen.

Problem heute: ich neige in Phasen, in denen es mir schlecht geht dazu, mich "überabzugrenzen".
D.h. ich ziehe mich sozial und emotional zurück, blocke ab und fühle mich dann einsam und unverstanden.

Bis heute frage ich mich, wie meine Geschwister es geschafft haben ein besseres Selbstvertrauen als ich zu entwickeln.
Sie haben andere "psychische Handicaps"(davon nicht wenig-😁) aber Selbstvertrauen scheint da zu sein.
Wobei zumindest meine Schwester das, was ihr an Selbstvertrauen fehlt gut überspielen kann.

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#Shameattack
Vor kurzem bekamen wir einmal die Aufgabe, etwas peinliches vor anderen (Fremden) zu tun. Auf Deutsch: Wir sollten uns selbst zur "Feile" machen.
Kein Problem, das schaffe ich auch ganz unabsichtlich.
Eins meiner Spezialgebiete, ich hatte viele Ideen, leider waren die hauptsächlich aus Zeitgründen nicht (alle) umsetzbar.

Solche "Explorationen" werden bei Sozialphobikern eingesetzt, sagte die Pädagogin.
Mit sowas wiederum, habe ich kein Problem, macht ja Spaß sich selbst und in der Gruppe zur Feile zu machen.
Womit ich ein Problem habe, ist, zur Feile gemacht zu werden, bewusst/absichtlich und um zu verletzen.

Ich habe kein Problem, wenn man sich auch mal über mich lustig macht, ich bin selbstironisch.
Aber wenn man das tut zu meinem Nachteil, bzw. um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen und mir zu schaden,
dann verstehe ich keinen Spaß mehr.

Jedenfalls waren wir zu viert, bei der Shameattack- Sache und einigten uns darauf, dass wir einen von uns auf einem Bürostuhl durch das hiesige(ich kanns nicht oft genug verwenden, "hiesig") Einkaufszentrum schieben,
ich filmte alles, köstliche Blicke.
Witzige Sache.

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Freitag, 26. Mai 2017
Introversion
...wird von Extrovertierten schnell als komisch, "verklemmt", wenig sozial u.ä. wahrgenommen.

Früher sollte ich möglichst oft und viel unter Menschen,
ich wollte das gar nicht, habe es auch mal genossen, alleine zu sein, zu lesen,
Musik zu hören, zu machen zu schreiben.
Es nervte mich, gezwungenermaßen ständig mit Menschen zusammen zu sein.
Meine Familie hatte durch die Freikirche ständig Besuch, dessen Kinder ich bespaßen sollte,
dabei wollte ich einfach mal Ruhe haben.

Doch das ist nicht verstanden wurden, ich solle keine Angst vor Menschen haben,
hab ich ja gar nicht, ich hasse halt Menschen 😄
Nein, sicher habe ich soziale Ängste, die besonders während und nach der Mobbingzeit extrem waren.
Heute habe ich sie anders.

Ich war nicht normal, weil ich mich nicht im Halbjahrestakt an eine neue Umgebung gewöhnen konnte.
Ich muss nicht ständig unter Menschen sein.
Ich brauche viel Zeit zum regenerieren und bin froh, dass M. auch kein "Partygänger" ist und wir beide auch die Zweisamkeit und Einsamkeit genießen können.

Natürlich ist es auch nicht gut, wenn dir als Kind soziale Kontakte vorenthalten werden, so wie es bei N. war,
die daraufhin auch eine soziale Phobie entwickelte, wie soll es auch anders sein, wenn sie diese Erfahrungen nie machen konnte.

Wurde dir allerdings immer das Gefühl gegeben, dass du merkwürdig bist, weil du auch gerne mal allein bist, bekommst du das Gefühl "falsch" zu sein.
Ich habe das erst später gemerkt, dass das einfach mein Charakter ist.
Dass ich oft mehr Erholung brauche als andere, bzw. unter Menschen schneller erschöpft bin.
Ich verstand nicht, was viele an Party und Disco so toll fanden, grell, laut, abgestandene Luft, Rauch,...
Für mich war das sehr anstrengend und ich hatte Probleme so lange "durchzuhalten" wie Andere.
Dumm nur, wenn man eine Fahrgemeinschaft hat.

Mittlerweile weiß ich ja, dass ich mich nicht für merkwürdig halten muss,
wäre gut gewesen, das schon früher gewusst zu haben.

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Musik
Eigentlich hätte ich Lust, mal wieder mal was musikalisches zu machen, eigene Lieder schreiben, meine beiden Gitarren entstauben und das Keyboard...
Mal sehen, vielleicht komme ich die nächsten Tage mal dazu..

Habe mir vor Jahren das Gitarre spielen selbst ein wenig beigebracht, jetzt aber schon länger nicht mehr gespielt.
Wurde damals dafür belächelt, ich fand aber dass es nicht schlecht klang, für "selbstangeeignet".

Keyboard Unterricht hatte ich als Kind, hatte aber nie die Rückmeldung, ob es gut ist oder schlecht. Kann mich zumindest nicht daranerinnern.
Nur dass ich es zeitweise als zusätzliche Belastung empfand.
Irgendwann hab ich das Interesse verloren,
zuviel Volkslieder, ich wollte lieber Rock.
Ausserdem nervte es mich, brav einmal die Woche zum Unterricht zu erscheinen.
Obwohl es anfangs eigentlich Spaß machte, manchmal spielte ich stundenlang.
Auch mal vor anderen, allerdings in der Gruppe, daher war das für mich kein so großes Problem,
die Aufmerksamkeit lag nicht allein bei mir und hätte ich mich verspielt, hätte das niemand mitbekommen.

Mit Songs schreiben hab ich in der Teeniezeit angefangen,
letztendlich hab ich sie hauptsächlich für mich geschrieben um Dinge zu verarbeiten.
Würde ich im Nachhinein so beurteilen.

Wahrscheinlich bin ich nicht so musikalisch, wie ich hätte sein sollen oder wie ich's gern wäre,
vielleicht ist es auch Übungssache.

Notfalls bliebe noch die Triangel. 😃
Maultrommel gefiele mir auch.

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Donnerstag, 25. Mai 2017
Ich bin eine schöne Erscheinung..., sagte man mir heute mehrfach.
Lag das am Alkohol oder ist mein Selbstbild wirklich so anders?
Tat aber irgendwie gut das zu hören,
trotz Augenringen und ungeschminkt als "schön" wahrgenommen zu werden.

Ich war mit E. am Kuchenstand eingeteilt, aus "mal schauen, wie lange" wurden 8 Stunden- wie ein Arbeitstag, mir war nicht danach, aber M. und ich hatten ja schon lange zugesagt,
Der Stress ließ mich aber die Zeit vergessen und gut gelaunte, alkoholisierte Menschen meine Probleme.
Man freute sich mich zu sehen, das konnte ich sehen& fühlen? Aber ins Gehirn geht das irgendwie nicht?

Jedenfalls das übliche:

Oma 1: "Welchen Kuchen ham se denn? Ich will was mit Obst, ...aber nicht soviel Obst. Streusel, ach nee ich mag ja kaane Streusel, tun se mir e Stück von denn' da drauf, neee, des is' mir zu groß. Und e Tass' Kaffee, ach de könn Se mir aba schon noch nen Schluck drauftun."
Oma 2: "Wieviel Stück Kuchen gibt's denn' für ein Euro?
E.: "Eins!"
Oma 2: "Was sooo teuer?"
Ich: gedanklich: ( Leude, in welchem Jahrhundert lebt ihr denn? Riesenstücken und fast besser als beim Konditor)

Mal abgesehen davon, dass zu dem Zeitpunkt noch 20 weitere Leute gewartet haben auf Kaffee und Kuchen.
Alte Leute können echt egozentrisch und rücksichtslos sein.
Die Dreistigkeit überrascht mich jedesmal von Neuen.

Eine weitere Oma schnappte einfach der Frau vor ihr den Kaffee weg, ehe ich mich überhaupt umdrehen konnte.
Irgendwie glauben die älteren Damen immer man verarscht sie und sie kommen zu kurz.
Jedenfalls war eine Oma der Meinung, ich hätte ihr zuviel abgerechnet, ich war mir sicher richtig abgerechnet zu haben,
konnte es aber nicht mehr nachweisen, da die Oma vor einer halben Stunde bestellt hatte.
Als würde man ihnen was wegnehmen.

Mit Kaffee und Kuchen für je 1,00€ sind sie nun wirklich gut bedient gewesen.
Geizhälse.
Von den Jüngeren gab's im Gegenzug oft nochmal Trinkgeld.
Ich habe gut gewirtschaftet.
Trotzdem wird man mich in keiner Gastronomischen Einrichtungen mehr sehen.
War alles zu chaotisch.
Nix mit Mise en place.
Für mich Voraussetzung.
Außerdem ist das alles Gift für mich, der Stress,
ich habe mich selbst unter Druck gesetzt und war anfangs erstmal allein.
Die Zuständige stand daneben quasselte und aß Kuchen.

Wie damals in der Ausbildung, die Ausbilderin ließ mich als Lehrling 1.LJ an einem Sonntag(!), in der Cafeteria einer Klinik allein,
zig Leute wollten etwas, ich war total überfordert und rief sie an, dass ich nicht hinterher komme. "Hilfe!"
Ja, ich komme...Genervt knallte sie den Telefonhörer auf die Gabel.
Bis sie ihre hinterfotzigen Arsch dann mal herbewegte,
hatte ich das Meiste aber schon alleine geschafft (schaffen müssen) , gut 2 Stunden total unter Strom.
Der nächste Anschiss: "Wegen dem bissl Zeug rufst du mich am? Es ist doch gar nichts..."
Nein,... Nur Berge an Geschirr, die man jetzt noch sah, und am Abend am Umsatz, das Doppelte vom Üblichen.
Da wurde sie dann plötzlich pseudofreundlich: "Da wirst du heute gut schlafen..."
Nie wieder hat ich sie um Hilfe.
Fehler eingestehen, nöö...
Ich könnte viele Geschichten über sie und ihre Hinterfotzigkeit erzählen.
Sie war übrigens keine gelernte Gastronomin sondern Erzieherin.
Womit wir wieder beim Thema "Pädagogen" werden.
Meine Klassenlehrerin sagte letztens mehr oder weniger im Spaß: "Pädagogen sind doch von Natur aus empathisch..."
Wohl kaum.

Jedenfalls gabs gestern auch wieder Volksmusik vom "feinsten", gedanklich hab ich Metalsongs draus gemacht.

"Wir sind nich' aus Bayern und auch ned aus Tirol...und deshalb rechtfertigen wir uns für unsre fucking Volksmusik"...

Ablenkung war es. Und jetzt Ruhe, wohlverdient.
Badewanne, ich schwimme nicht zu weit raus.

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